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Amtsgericht Königstein im Taunus

Übersicht

Grundlegende Informationen

Name Amtsgericht Königstein im Taunus
Anschrift Gerichtstraße 2 / Burgweg 9
61462 Königstein im Taunus
Fernruf 0 61 74 / 29 03 - 0
Telefax 06174-2903-94
Internet www.ag-koenigstein.justiz.hessen.de

Bild: F.F., Amtsgericht Königstein i.Ts., 04.06.2012

Aufgaben

Der Amtsgerichtsbezirk des Amtsgerichts Königsstein i. Ts. umfasst laut Anlage zu § 4 Abs. 2 des Gesetzes über den Sitz und den Bezirk der Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit und der Staatsanwaltschaften
(Gerichtsorganisationsgesetz) vom 8. Februar 1961 (Hessen GVBl. S. 29), i.d.F. vom 11. Februar 2005 (Hessen GVBl. I S. 98) folgende Kommunen: Eppstein, Glashütten, Kelkheim (Taunus), Königstein im Taunus, Kronberg im Taunus, Schwalbach am Taunus und Bad Soden am Taunus.

Die Aufgaben des Amtsgerichts ergeben sich im Wesentlichen aus dem Gerichtsverfassungsgesetz (GVG).

Laut § 9 Nr. 2 lit. b der Verordnung über gerichtliche Zuständigkeiten im Bereich des Ministeriums der Justiz vom 16. September 2008 (GVBl. Hessen I S. 822) und gemäß § 2 Abs. 2 der InsO in Verbindung mit § 3 Nr. 14 Buchst. a der Verordnung zur Übertragung von Ermächtigungen im Bereich der Rechtspflege ist das Amtsgericht Königstein im Taunus überdies Insolvenzgericht für den eigenen Bezirk. Nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 lit. a der Verordnung über gerichtliche Zuständigkeiten im Bereich des Ministeriums der Justiz vom 16. September 2008 (GVBl. Hessen I S. 822) führt das Gericht zudem ein Handels- und Genossenschaftsregister für den eigenen Bezirk.

Bild: F.F., Wappen Schönborn, 04.06.2012

Zum Wappen

Wer das Gebäude in der Gerichtsstraße betrachtet, kann dort ein Wappen wahrnehmen. Es verweist auf eine der mächtigsten deutschen Adelsfamilien des 17. und 18. Jahrhunderts.

Das Gebäude in der Gerichtsstraße wurde 1727 eröffnet und beherbergte zunächst den Renthof. Es wurde von Lothar Franz von Schönborn (*1655 †1729), dem Fürstbischof des Bistums Bamberg (1693–1729), dem Erzbischof des Bistums Mainz (1695–1729) und last not least Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches, in Auftrag gegeben. Sein Wappen ziert das Gericht bis heute.

Das Geschlecht der Schönborn gehört seit dem 12. Jahrhundert dem Adel an, erlangte im 17. Jahrhundert den Reichsfreiherrenstand und im 18. Jahrhundert den Reichsgrafenstand und stellt bis heute - auf Kardinal Schönborn, der die Erzdiözese Wien leitet, sei verwiesen - zahlreiche Bischöfe (vgl. Kneschke, E. H., Deutsches Adels-Lexicon, Bd. 8, 1868, S. 288 ff.). Seit dem 15. Jh. werden Mitglieder des Hauses als Amtmänner der Grafen von Nassau-Weilburg urkundlich erwähnt. Der Aufstieg des Adelsgeschlechts zu einer der ersten Familien in den rheinischen und fränkischen Bistümern geschah im Wesentlichen während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). Dem Adelsgeschlecht gelang es in drei Generationen zwölf Bischofswahlen für sich zu entscheiden (vgl. Stolberg-Wernigerode, O., Neue deutsche Biographie, Bd.: 23, 2007, S. 395).

Das Wappen zeigt oben links und unten rechts einen schwarzen Wolf auf goldenem Grund. Dies dürfte sich auf die Grafschaft von Wolfsthal beziehen. Das Wappen zeigt oben rechts drei silberne Schildchen auf rotem Grund, was einen Hinweis auf die reichsständische Herrschaft Reichelsberg enthalten dürfte. Das Wappen zeigt unten links in Blau einen silbernen Balken, begleitet von drei silbernen Rauten, was auf die Herrschaft Heppenheim bezogen sein dürfte. In der Mitte des Wappens befindet sich ein Löwe mit blauer Krone, der auf drei silbernen Spitzen schreitet. Dies entspricht dem Stammwappen der Grafen von Schönborn. Die Grafen von Schönborn führen es noch heute. Oberhalb und unterhalb dessen befindet sich das Mainzer Rad des Erzbischofes des Bistums Mainz. Ob das Rad auf die Willigis-Sage oder das Rad des Heiligen Martin verweist, ist noch nicht abschließend geklärt (hierzu: Schramm, K., Das „Mainzer Rad“, in: Zweitausend Jahre wo du gehst und stehst, 1962, S. 86 ff.).

Bild: F.F., Amtsgericht Königstein, 04.06.2012

Chronik

Zwischen 1806 und 1866 gehörte Königstein zum Herzogtum Nassau. Hier befand sich das Justizamt, welches dem Appellationsgericht Wiesbaden nachgeordnet war. Dem Justizamt oblagen im Wesentlichen die streitige Zivilgerichtsbarkeit in I. Instanz und die freiwillige Gerichtsbarkeit (vgl. Hauff, L., Die Gerichtsverfassung der sämmtlichen deutschen Staaten mit Einschluß der nichtdeutschen Länder des österreichischen Kaiserstaats und unter namentlicher Aufführung aller Ober- und Untergerichte, 1856, S. 200-202).

Luxemburger Schloss

Es entstand zwischen 1686 und 1694 zunächst als Amtshaus und Sommerresidenz der Kurfürsten von Mainz. Im Jahre 1803 ging es in den Besitz des Hauses Nassau über, wo es - von 1820 bis 1858 abgesehen - bis Mitte des 20. Jahrhunderts verblieb. Der spätere Großherzog von Luxemburg, Adolph von Naussau, dem es seinen Namen verdankt, ließ es 1873 bis 1877 nach den Plänen des Brüsseler Architekten Bordiau zur Sommerresidenz umbauen. Seit 1981 ist das Amtsgericht (auch) im Luxemburger Schloss ansässig.

Adolph von Nassau (*1817 †1905), der bis 1850 mit Preußen kooperiert hatte, lehnte sich Mitte des 19. Jahrhunderts an den reaktionären Kurs Österreich-Ungarns an und verlor 1866 mit der Donaumonarchie den sog. deutsch-deutschen Krieg. Nassau wurde darauf von Preußen annektiert. 1890 folgte Adolph von Naussau dem letzten Oranier und wurde Großherzog von Luxemburg.